Uraufführung:
Klaviertrio No. 3 "Amadé"

- Neufassung

26. Juni 2023, 19.00 Uhr | München - Bayerische Akademie der schönen Künste |

Trio Phönix-3
Mariko Umae, Violine |
Johannes Gutfleisch, Violoncello |
Konstantin Lukinov, Piano |

Drittes Klaviertrio „Amadé“

Korrespondenzen und Dialoge
(Annäherung, Entfernung und Rückkehr)
für Violine, Violoncello und Klavier
(2018)

in memoriam Gottfried Hefele


"Beginn und Schluß meines dritten Klaviertrios beziehen sich konkret auf eine zentrale Passage aus
einem Brief, den Wolfgang Amadeus Mozart wenige Wochen vor dem Tode seines Vaters an
Selbigen verfasst hat, und in dem er über sein eigenes Verhältnis zum Tod selbst reflektiert:
„… obwohlen ich es mir zur gewohnheit gemacht habe mir immer in allen Dingen das schlimmste vorzustellen – da der Tod: genau zu nehmen : der wahre Endzweck unseres lebens ist, so habe ich mich seit ein Paar Jahren mit diesem wahren, besten freunde des Menschen so bekannt gemacht, daß sein Bild nicht allein nichts schreckendes mehr für mich hat, sondern recht viel beruhigendes und tröstendes! Und ich danke meinem gott, daß er mir das glück gegönnt hat mir die gelegenheit: sie verstehen mich : zu verschaffen, ihn als den schlüssel zu unserer wahren Glückseligkeit kennen zu lernen...“ (Wien, den 4. April 1787)


 
Diese existentielle Einstellung Mozarts zum Leben steht in deutlichem Kontrast zu der öffentlichen
Wahrnehmung seiner Person (und seiner Musik), und ist doch in allen großen Werken – auch in den
vorwiegend heiteren Stücken (!) - erfahrbar. Mein Klaviertrio versucht sich der Person, dem Wesen und Denken sowie der Musik Wolfgang Amadeus Mozarts kompositorisch auf unterschiedlichste Weise - und mit obig erwähntem Zitat als zentralem Moment - zu nähern, ist aber gleichzeitig – basierend auf dem Briefwechsel zwischen Vater und Sohn Mozart – eine Paraphrase über die Komplexität des Dialogisierens zwischen Individuen, in der das Miteinander und Gegeneinander, Verständnis und Missverständnis, Dialog und Konfrontation, Toleranz und starre Beharrlichkeit zwischenmenschlicher Kommunikation in musikalische Zeichnung gesetzt wird.

Tobias PM Schneid